Als Ergänzung zur Mammografie kann ein Brustultraschall zu einer genaueren Diagnose von Brustkrebs beitragen. Erfahren Sie, wie und warum.
Brustultraschall oder Mammografie: Was sind die wichtigsten Unterschiede?
Als Ergänzung zur Mammografie kann ein Brustultraschall zu einer genaueren Diagnose von Brustkrebs beitragen. Erfahren Sie, wie und warum.
Obwohl Brustkrebs nicht zu den tödlichsten Krebsarten gehört, weist er insbesondere bei Frauen eine hohe Sterblichkeitsrate auf. Je früher Brustkrebs jedoch erkannt wird, desto höher sind die Heilungschancen.
Die Zahlen des portugiesischen nationalen Brustkrebs-Früherkennungsprogramms verdeutlichen die Bedeutung einer frühzeitigen Erkennung.
Bis Ende 2022 wurden nach Angaben der Portugiesischen Liga gegen Krebs mehr als 5,3 Millionen Screening-Mammografien durchgeführt und mehr als 30.000 Frauen zur weiteren Diagnose und Behandlung überwiesen.
Dadurch konnten weniger aggressive und wirksamere Behandlungen durchgeführt und in vielen Fällen eine vollständige Heilung erreicht werden.
Die Mammografie ist die bildgebende Untersuchung, die zur Früherkennung von Brustkrebs eingesetzt wird. In einigen Fällen sind jedoch zusätzliche Untersuchungen wie ein Brustultraschall erforderlich.
In diesem Artikel erfahren Sie mehr über die Unterschiede zwischen Brustultraschall und Mammografie, darüber, wann die jeweilige Untersuchung empfohlen wird, und in welchen Fällen beide Untersuchungen erforderlich sein können.¹ ² ³
Unterschiede zwischen Mammografie und Brustultraschall
Eine Mammografie kann bei Personen durchgeführt werden, die Schmerzen, Knoten, Sekret aus der Brustwarze oder andere Anzeichen beziehungsweise Symptome von Brustkrebs aufweisen. Es handelt sich um eine spezifische Untersuchung zur Früherkennung und Diagnose.² ⁴
Der Brustultraschall ist hingegen eine ergänzende Untersuchung zur Mammografie. Er kann dabei helfen festzustellen, ob es sich bei einem Knoten um eine flüssigkeitsgefüllte, in der Regel gutartige Zyste oder um eine feste Masse handelt, bei der es sich möglicherweise um Krebs handelt.
Wann wird eine Mammografie empfohlen?
Zur Früherkennung von Brustkrebs sollten gemäß den Empfehlungen der portugiesischen Generaldirektion für Gesundheit bei asymptomatischen Personen zwischen 50 und 69 Jahren alle zwei Jahre Mammografien durchgeführt werden.
Da bei dieser Untersuchung nur eine geringe Menge an Strahlung eingesetzt wird, gilt eine Wiederholung im Abstand von zwei Jahren als unbedenklich.
Je nach Symptomen und Risikofaktoren kann eine Mammografie jedoch auch früher empfohlen werden, gegebenenfalls bereits vor dem 35. Lebensjahr.
Da zwischen 5 % und 10 % der diagnostizierten Krebserkrankungen erbliche oder genetische Merkmale aufweisen, sollte die Brustkrebs-Früherkennung jährlich erfolgen, wenn folgende Faktoren vorliegen:⁵
Brust- oder Eierstockkrebs in der Familienanamnese;
Vererbte genetische Mutationen.
Dieses Kriterium gilt nicht nur für Frauen, sondern auch für Männer, da auch Männer an Brustkrebs erkranken können, auch wenn die Erkrankung bei Frauen deutlich häufiger vorkommt.
Weitere Faktoren, die eine jährliche Mammografie erforderlich machen können, sind:
Eine persönliche Vorgeschichte mit Brustkrebs;
Bestimmte gutartige Brusterkrankungen (nicht krebsartig), wie atypische duktale Hyperplasie und/oder lobuläre Neoplasie;
Dichtes Brustgewebe.
Arten der Mammografie
Es gibt zwei Hauptarten der Mammografie:⁵ ⁶
Digitale 2D-Mammografie: Sowohl bei der digitalen als auch bei der konventionellen Mammografie werden Röntgenstrahlen zur Bilderzeugung eingesetzt. Bei der digitalen Mammografie wird das Bild jedoch elektronisch erstellt und als Computerdatei gespeichert. Die Untersuchung erfolgt beidseitig, wobei Aufnahmen aus verschiedenen Winkeln gemacht werden.
Digitale 3D-Mammografie: Bei dieser beidseitigen Mammografie können die Bilder dreidimensional dargestellt werden, wodurch medizinisches Fachpersonal das Brustgewebe genauer beurteilen kann.
Wozu dient ein Brustultraschall?
Mit einem Brustultraschall allein lässt sich Brustkrebs nicht diagnostizieren. Es handelt sich um eine ergänzende bildgebende Untersuchung, mit der ein bestimmter Bereich der Brust genauer untersucht wird, der in der Mammografie auffällig, unklar oder anders als das übrige Brustgewebe erscheint.
Diese Untersuchung kann ebenfalls empfohlen werden, wenn die Person:⁷
Jünger als 25 Jahre ist;
Besonders dichtes Brustgewebe aufweist: Eine Mammografie kann möglicherweise keine ausreichend klaren Bilder durch das dichte Gewebe erzeugen;
Schwanger ist: Im Vergleich zwischen Brustultraschall und Mammografie ist der Ultraschall für den Fötus sicherer, da dabei keine ionisierende Strahlung eingesetzt wird.
Brustultraschall oder Mammografie?
Beim Brustultraschall werden Bilder mithilfe von Schallwellen erzeugt. Die untersuchte Person ist daher keiner Strahlenbelastung ausgesetzt. Die Untersuchung hat jedoch gewisse Einschränkungen und wird normalerweise verwendet, um einen bestimmten Bereich der Brust gezielt zu beurteilen.
Die Mammografie ist die bevorzugte medizinische Bildgebungsmethode zur Untersuchung und Beurteilung der gesamten Brust.
Bei Personen mit einem hohen Brustkrebsrisiko kann jedoch eine Kombination beider Untersuchungen sinnvoll sein.²
Was passiert, wenn bei den Untersuchungen Auffälligkeiten festgestellt werden?
Ein auffälliges Mammografie-Ergebnis bedeutet nicht automatisch, dass Krebs vorliegt.
Wenn die Ergebnisse nicht eindeutig sind, kann ein Brustultraschall die weitere Diagnostik ergänzen.
Je nach Ultraschallbefund kann zusätzlich eine Magnetresonanztomografie (MRT) oder eine Biopsie erforderlich sein.⁴
Wird Brustkrebs diagnostiziert, plant die Ärztin oder der Arzt die geeignete weitere Behandlung.
Bei allen Frauen mit Brustkrebs wird ein Hormonrezeptortest durchgeführt. Diese Information ist wichtig, um festzustellen, ob der Tumor für sein Wachstum Östrogen oder Progesteron benötigt.
Die Testergebnisse können die Auswahl und Planung der Behandlung beeinflussen.⁵ ⁹
Quellen
Liga Portuguesa Contra o Cancro. Programa de rastreio de cancro da mama.
NIH (2023). Ultrasound as a Method for Early Diagnosis of Breast Pathology.