Helicobacter pylori: Von der Diagnose bis zur Eradikation
Wie diagnostische Verfahren die Patientenversorgung von der Infektionsdiagnostik bis zur Eradikation des Bakteriums unterstützen
Verdauungsbeschwerden oder Völlegefühl sowie Übelkeit und Appetitlosigkeit sind relativ unspezifische Symptome mit zahlreichen möglichen Ursachen, die Patientinnen und Patienten häufig dazu veranlassen, ärztlichen Rat einzuholen.
Doch was, wenn eine Infektion mit Helicobacter pylori die Ursache ist?
Dieses Bakterium, das für diese Beschwerden verantwortlich sein kann, ist zugleich faszinierend und gefürchtet. Faszinierend, weil es dank der Aktivität eines Enzyms namens Urease in der feindlichen Umgebung des Magens überleben kann und eng mit einer bemerkenswerten Geschichte der Medizin verbunden ist, für die die Professoren Warren und Marshall 2005 mit dem Nobelpreis ausgezeichnet wurden. Gefürchtet, weil die dadurch verursachte Infektion zu ernsthaften Erkrankungen wie chronischer Gastritis, peptischen Ulzera und Magenadenokarzinomen führen kann.
Warum sollte auf eine H.-pylori-Infektion getestet werden?
Für Hausärztinnen und Hausärzte ist es wichtig, bei Patientinnen und Patienten mit gastrointestinalen Beschwerden eine Infektion mit H. pylori in Betracht zu ziehen. Dies gilt insbesondere bei ungeklärter Dyspepsie, Eisenmangelanämie oder einer persönlichen beziehungsweise familiären Vorgeschichte von peptischen Ulzera.
Der Maastricht-VI/Florence-Konsensus empfiehlt bei Patientinnen und Patienten unter 50 Jahren mit dyspeptischen Beschwerden und ohne Alarmsymptome eine Test-and-Treat-Strategie. In der Schweiz kommt das Bakterium bei 10–20 % der Bevölkerung vor, wobei die Prävalenz mit zunehmendem Alter steigt.
Wie lässt sich eine H.-pylori-Infektion nachweisen?
Es steht eine breite Palette analytischer Tests zur Verfügung. Einige dienen zum Nachweis der Infektion, andere zur Kontrolle der Eradikation und wieder andere zur Bestimmung von Antibiotikaresistenzen. Grundsätzlich wird zwischen invasiven Verfahren, die eine Untersuchung einer Magenbiopsie erfordern, und nicht invasiven Verfahren unterschieden. Beginnen wir mit Letzteren.
Die Serologie, bei der Antikörper im Blut nachgewiesen werden, ist ein einfaches Verfahren, mit dem festgestellt werden kann, ob Patientinnen und Patienten mit dem Bakterium in Kontakt gekommen sind. Sie kann jedoch nicht zwischen einer aktiven und einer zurückliegenden Infektion unterscheiden und eignet sich daher nicht zur Kontrolle der Eradikation.
Der Harnstoff-Atemtest gilt als Goldstandard unter den nicht invasiven Verfahren, erfordert allerdings besondere Sorgfalt bei der Gewinnung der Ausatemluftprobe. Er eignet sich sowohl für das Screening als auch für die Therapiekontrolle. Vor Durchführung des Tests muss sichergestellt werden, dass die Patientin oder der Patient bestimmte Behandlungen, darunter Antibiotika und Protonenpumpenhemmer, mehrere Wochen zuvor abgesetzt hat, um falsch-negative Ergebnisse zu vermeiden.
Eine Alternative zum Atemtest ist der Nachweis von H.-pylori-Antigenen im Stuhl. Obwohl dieser etwas weniger sensitiv als der Atemtest ist, hat er den Vorteil, dass die Anforderungen hinsichtlich des Absetzens von Medikamenten weniger streng sind.
Wie lässt sich feststellen, ob das Bakterium empfindlich gegenüber Antibiotika ist?
Eine Antibiotika-Empfindlichkeitstestung ist insbesondere bei Therapieversagen sinnvoll, da dieses beispielsweise mit einer Resistenz gegen Clarithromycin zusammenhängen kann. Für eine solche Untersuchung müssen Magenbiopsien analysiert werden. Nach der Kultivierung wird an den gewachsenen Bakterienkolonien eine Resistenzbestimmung durchgeführt.
Da Kulturen manchmal steril bleiben, stellt die molekularbiologische Untersuchung eine Alternative dar. Dabei können Gene, die mit Antibiotikaresistenzen verbunden sind, direkt aus der Biopsie nachgewiesen werden. Die Analyse kann auch an Material durchgeführt werden, das bereits für histologische Untersuchungen aufbereitet wurde. Dieses hochentwickelte Verfahren ermöglicht jedoch lediglich die Untersuchung einer begrenzten Zahl von Antibiotika, darunter Clarithromycin, Fluorchinolone und Metronidazol.
Fazit
Infektionen mit H. pylori sind häufig. Dank einer breiten Palette diagnostischer Tests können Ärztinnen und Ärzte Infektionen frühzeitig erkennen, eine wirksame Behandlung einleiten und den Therapieerfolg bestätigen.
Autor: Dr. Giuseppe Togni, Wissenschaftlicher Leiter Mikrobiologie bei Unilabs.