Kamil Doležel über die Transformation der Diagnostik in Mittel- und Osteuropa
Wie Führung, Prävention, Menschen und Technologie die Zukunft der Diagnostik in CEE prägen
Vom Aufbau leistungsstarker Teams in unterschiedlichen Märkten bis zur Entwicklung von Systemen, die bessere Entscheidungen, frühere Interventionen und bessere Gesundheitsergebnisse ermöglichen: Kamil Doležel, General Manager von Unilabs Central and Eastern Europe (CEE), teilt seine Sicht darauf, was erfolgreiche Führung in der Diagnostik ausmacht.
Was begeistert Sie an Unilabs?
Die Chance, das Gesundheitswesen von der Reaktion auf Krankheiten hin zu einem proaktiven Gesundheitsmanagement zu entwickeln
Ich kam 2017 nach der Übernahme von AeskuLabs, wo ich CEO war, zu Unilabs.
Heute bin ich als General Manager von Unilabs CEE für die strategische Ausrichtung, die Leistung und die Entwicklung unserer diagnostischen Dienstleistungen in der Region verantwortlich.
Was mich besonders antreibt, ist die konkrete Wirkung unserer Arbeit, insbesondere die wachsenden Möglichkeiten von Unilabs im Bereich der Prävention.
Ich bin überzeugt, dass Diagnostik dazu beitragen kann, das Gesundheitswesen von einer reaktiven Behandlung von Krankheiten hin zu einem proaktiven Gesundheitsmanagement zu entwickeln.
Wie beschreiben Sie heute den Zweck Ihrer Rolle?
Ein kohärentes, zuverlässiges und nachhaltiges Diagnostiksystem schaffen
Meine Aufgabe besteht darin, sicherzustellen, dass Unilabs CEE sowohl intern als auch extern als kohärentes, zuverlässiges und nachhaltiges System funktioniert.
So können wir durch zeitnahe, zuverlässige und qualitativ hochwertige Diagnostik langfristigen Mehrwert für unsere Kunden, Patientinnen und Patienten sowie das gesamte Gesundheitsökosystem schaffen.
Dafür müssen wir medizinische Expertise, Technologie und operative Prozesse miteinander verbinden.
Führung bedeutet in diesem Zusammenhang nicht, einzelne Entscheidungen zu treffen, sondern ein funktionierendes System aufrechtzuerhalten und es kontinuierlich weiterzuentwickeln.
Ich bin von sehr starken Führungskräften und Kolleginnen und Kollegen umgeben, die mich dabei unterstützen, unsere Strategie im gesamten Unternehmen umzusetzen.
Was ist Ihre Führungsphilosophie?
Langfristige Orientierung schaffen und gleichzeitig das Beste aus Menschen herausholen
Ich folge einem einfachen Grundsatz: Der Weg ist ein Ziel.
Das bedeutet nicht, dass wir keine Ambitionen oder klaren Ziele haben sollten.
Es bedeutet vielmehr, dass echter Wert in der Art und Weise entsteht, wie wir arbeiten, entscheiden und uns weiterentwickeln.
Führung bedeutet daher nicht nur, einmalige Resultate zu erzielen, sondern langfristige Orientierung zu schaffen, Dynamik aufrechtzuerhalten und kontinuierlich nach besseren Arbeitsweisen zu suchen.
Gleichzeitig bin ich fest davon überzeugt, dass Erfolg auf Menschen aufbaut.
Eine gute Führungskraft muss zuhören können, ihr Umfeld verstehen und das Beste aus den einzelnen Teammitgliedern herausholen.
Diese Führungsphilosophie gilt auch für unsere Rolle im gesamten Gesundheitssystem.
Um eine starke Stimme zu haben, müssen wir erfolgreich mit Gesundheitsbehörden zusammenarbeiten und gemeinsam mit ihnen die zukünftige Umgebung der Labordiagnostik gestalten.
Ich glaube, dass sich Unilabs zunehmend zu einem zentralen Bindeglied in einem vernetzten Gesundheitssystem entwickelt. Die Organisationen, die das nächste Jahrzehnt im Gesundheitswesen prägen werden, sind diejenigen, die Erkenntnisse in sinnvolle und rechtzeitige Massnahmen übersetzen können.
Welche Erfahrungen haben diese Philosophie am stärksten geprägt?
Gemeinsame Verhaltensweisen schaffen eine gemeinsame Sprache über kulturelle Grenzen hinweg
Schon früh habe ich gelernt, dass Strategie allein keine Resultate liefert – Menschen tun es.
Menschen arbeiten nicht dann am besten, wenn ihnen lediglich gesagt wird, was sie tun sollen, sondern wenn sie ihre Rolle wirklich verstehen.
Deshalb habe ich stets grossen Wert darauf gelegt, dass jede Person in meinem Team ein gemeinsames Set an Kompetenzen versteht und mitträgt:
Zuhören
Respekt
Kommunikation
Delegation
Teamarbeit
Verbindlichkeit bei Zusagen
Das sind keine Werte, die lediglich an einer Wand stehen. Es sind Verhaltensweisen, die ich selbst vorleben möchte und für die ich mein Team täglich in die Verantwortung nehme.
Durch meine Führungserfahrung in unterschiedlichen Kulturen, insbesondere in Tschechien und der Slowakei, habe ich gelernt, dass ein gemeinsamer Kompetenzrahmen in einem interkulturellen Umfeld ein enormer Vorteil sein kann.
Wenn alle verstehen, dass wir offen kommunizieren, mit Vertrauen delegieren, die Expertise und Zeit anderer respektieren und als ein Team handeln, entsteht eine gemeinsame Sprache, die kulturelle Unterschiede überbrückt.
Wo liegt heute die grösste noch ungenutzte Chance für Gesundheitsorganisationen wie Unilabs?
Prävention durch frühere und stärker personalisierte Diagnostik
In der Prävention – allerdings nicht nur im traditionellen Sinne von Vorsorgeuntersuchungen und Check-ups.
Diagnostik dient heute nicht mehr nur dazu, eine Krankheit zu bestätigen. Sie unterstützt zunehmend Entscheidungen, Prävention und personalisierte Versorgung.
Wir verfügen bereits über bemerkenswerte Möglichkeiten.
Fortschritte in der Branche machen es möglich, Krankheiten wie Alzheimer früher als bisher zu erkennen.
Genetische Tests können eine Krebsveranlagung identifizieren, bevor überhaupt Symptome auftreten.
Pathologie und moderne Diagnostik tragen dazu bei, Leben zu retten, die vor zehn Jahren möglicherweise noch verloren gegangen wären.
Was unterscheidet Unilabs Ihrer Meinung nach von anderen Diagnostikanbietern?
Wissenschaftliche Glaubwürdigkeit, Zugang zu Innovation und echte Erreichbarkeit
Drei Dinge unterscheiden uns meiner Meinung nach.
Erstens unsere Qualität und wissenschaftliche Glaubwürdigkeit.
Unsere Labore sind vollständig akkreditiert und arbeiten nach hohen internationalen Standards.
Über die Akkreditierung hinaus verfügen wir über etwas noch Wertvolleres: unsere Mitarbeitenden.
In unseren Teams arbeiten international anerkannte Spezialistinnen und Spezialisten sowie Fachpersonen, die diagnostische Standards in Europa und teilweise weltweit mitgestalten.
Zweitens sind wir Teil eines Netzwerks, das uns früh erkennen lässt, wohin sich die Diagnostik entwickelt.
Dazu gehören unter anderem:
Fortschritte in der genetischen Diagnostik
Neue Biomarker für neurodegenerative Erkrankungen wie Alzheimer
KI-gestützte Pathologie
Dieses Wissen können wir in reale klinische Anwendungen in der gesamten CEE-Region übersetzen.
Drittens sind wir tatsächlich erreichbar.
Nicht nur geografisch, da wir in Regionen präsent sind, die viele andere Anbieter nicht abdecken, sondern auch auf persönlicher Ebene.
Eine Ärztin oder ein Arzt mit Fragen zu einem komplexen Resultat kann direkt zum Telefon greifen und mit einer unserer Fachpersonen sprechen.
Gemeinsam können sie die Befunde besprechen, die klinischen Auswirkungen beurteilen und bessere Entscheidungen für die Patientin oder den Patienten treffen.
Was begeistert Sie am meisten an der Zukunft von Unilabs?
Junge Talente fördern und KI einsetzen, um menschliche Expertise zu stärken
Wir investieren in die nächste Generation diagnostischer Fachkräfte.
Wir öffnen unsere Türen für Studierende, bieten Praktika an und geben ihnen die Möglichkeit, aus erster Hand zu erleben, wie moderne Labordiagnostik heute aussieht.
Viele kommen mit der Vorstellung eines traditionellen Laborumfelds und gehen mit dem Verständnis, dass Diagnostik heute zu den dynamischsten und intellektuell anspruchsvollsten Bereichen des Gesundheitswesens gehört.
Ein weiterer Bereich, der mich besonders begeistert, ist künstliche Intelligenz.
Nicht KI als Schlagwort, sondern dort, wo sie in der Labordiagnostik tatsächlich sinnvoll eingesetzt werden kann:
Bildanalyse
Mustererkennung in grossen Datenmengen
Unterstützung von Pathologinnen und Pathologen für schnelleres und präziseres Arbeiten
Wir setzen diese Instrumente bewusst dort ein, wo sie einen echten klinischen Mehrwert schaffen, und stellen gleichzeitig sicher, dass unsere Mitarbeitenden lernen, mit ihnen zu arbeiten, anstatt durch sie ersetzt zu werden.
Wenn ich an die Zukunft von Unilabs denke, sehe ich eine Organisation, in der erstklassige Expertise auf kontinuierliches Lernen trifft, junge Talente von Beginn ihrer Karriere an gefördert werden und Technologie das menschliche Urteilsvermögen verstärkt, anstatt es zu ersetzen.