1. Patientenspezifische Varianten identifizieren
Mittels Whole-Exome-Sequencing des Tumorgewebes und einer passenden Normalblutprobe werden patientenspezifische somatische Varianten identifiziert.
Tumorinformierte ctDNA-Überwachung
Signatera™ ist ein personalisierter, tumorinformierter Test auf zirkulierende Tumor-DNA (ctDNA), der die Beurteilung molekularer Resterkrankungen, die Überwachung von Rezidiven und die Beurteilung des Therapieansprechens unterstützen soll. Durch die Verlaufskontrolle patientenspezifischer Tumorvarianten im Blut liefert Signatera molekulare Informationen, die bei ausgewählten Tumorarten und Behandlungssituationen die klinische, bildgebende und pathologische Beurteilung ergänzen können.
Signatera kann die molekulare Krankheitsüberwachung zu verschiedenen Zeitpunkten entlang des onkologischen Behandlungspfads unterstützen – von der Beurteilung des Therapieansprechens bis zur Nachsorge nach Abschluss der Behandlung. Der Einsatz sollte unter Berücksichtigung von Tumorart, Krankheitsstadium, Behandlungssituation und verfügbarer klinischer Evidenz erfolgen.
Beurteilung des molekularen Ansprechens vor einer Operation oder weiteren Therapieentscheidungen, sofern klinisch angemessen.
Identifizierung von Patienten mit molekularer Resterkrankung (MRD) und Unterstützung bei der Einschätzung des Rezidivrisikos nach einer Operation mit kurativer Zielsetzung.
Überwachung auf molekulare Rezidive während der Nachsorge ergänzend zu Bildgebung, Tumormarkern und klinischer Beurteilung.
Verlaufskontrolle der ctDNA-Kinetik zur Unterstützung der Beurteilung von Therapieansprechen oder Krankheitsprogression während einer systemischen Therapie.
Warum ctDNA bei molekularer Resterkrankung relevant ist
Zirkulierende Tumor-DNA (ctDNA) wird von Tumorzellen in den Blutkreislauf abgegeben und kann als blutbasierter Biomarker verwendet werden, um den Krankheitsstatus im Zeitverlauf zu überwachen. Nach einer Behandlung mit kurativer Zielsetzung kann der Nachweis von ctDNA auf eine molekulare Resterkrankung vor einem klinisch oder radiologisch nachweisbaren Rezidiv hinweisen und damit die Einschätzung des Rezidivrisikos, die Beurteilung des Therapieansprechens und die Rezidivüberwachung unterstützen.
Blutbasiert: ermöglicht eine minimalinvasive molekulare Überwachung im Zeitverlauf.
Tumorinformiert: basiert auf molekularen Informationen des individuellen Tumors.
Longitudinal: wiederholte Messungen können Aufschluss über Veränderungen des molekularen Krankheitsstatus geben.
So funktioniert Signatera
Signatera wird individuell auf Grundlage des Tumorprofils jedes Patienten entwickelt. Durch die Identifizierung patientenspezifischer somatischer Varianten und deren wiederholte Bestimmung im Plasma ermöglicht der Test die longitudinale Überwachung von tumorabgeleiteter ctDNA.
1. Patientenspezifische Varianten identifizieren
Mittels Whole-Exome-Sequencing des Tumorgewebes und einer passenden Normalblutprobe werden patientenspezifische somatische Varianten identifiziert.
2. Einen personalisierten Test entwickeln
Ein personalisierter Multiplex-PCR-Test mit anschliessendem NGS wird entwickelt, um 16 ausgewählte klonale Tumorvarianten im Plasma zu verfolgen.
3. ctDNA im Zeitverlauf überwachen
Serielle Blutproben werden verwendet, um tumorabgeleitete ctDNA longitudinal zu überwachen.
Signatera ist darauf ausgelegt, sehr geringe Mengen an ctDNA im Blut nachzuweisen und unter den jeweiligen Testbedingungen das Vorliegen oder Nichtvorliegen einer molekularen Resterkrankung zu bestimmen. Durch die Überwachung patientenspezifischer Tumorvarianten unterstützt der Test eine hochsensitive und spezifische longitudinale Verlaufskontrolle.
Interpretation der Ergebnisse
Die Ergebnisse sollten stets zusammen mit klinisch-pathologischen und bildgebenden Befunden interpretiert werden. Ein Ergebnis „nicht nachgewiesen“ schliesst nicht aus, dass ctDNA unterhalb der Nachweisgrenze des Tests vorhanden ist.
Nachgewiesen → abnehmend / nicht nachgewiesen
Eine Abnahme der ctDNA kann mit einem molekularen Therapieansprechen vereinbar sein.
Nachgewiesen → zunehmend
Ein Anstieg der ctDNA kann auf eine persistierende oder fortschreitende molekulare Erkrankung hinweisen und sollte Anlass zu einer weiteren klinischen Beurteilung geben.
Nicht nachgewiesen → nicht nachgewiesen
Unter den Testbedingungen wird keine ctDNA nachgewiesen. Abhängig vom klinischen Kontext kann eine weitere Verlaufskontrolle dennoch sinnvoll sein.
Nicht nachgewiesen → nachgewiesen
Ein neu aufgetretener ctDNA-Nachweis kann auf ein molekulares Rezidiv hinweisen und sollte gemeinsam mit den bildgebenden und klinischen Befunden beurteilt werden.
Veröffentlichte Studien unterstützen die tumorinformierte ctDNA-Überwachung bei verschiedenen Tumorarten und in unterschiedlichen Behandlungssituationen. Die Daten zeigen das Potenzial zur Unterstützung der Einschätzung des Rezidivrisikos, der Nachsorge nach der Behandlung und – in ausgewählten Situationen – von Therapieentscheidungen. Der klinische Nutzen variiert je nach Tumorart, Krankheitsstadium und verfügbarer Evidenz.
Beim MIBC hat ctDNA nach Zystektomie sowohl prognostischen als auch prädiktiven Wert gezeigt. Die Phase-III-Studie IMvigor011 zeigte, dass eine durch Signatera gesteuerte adjuvante Behandlung mit Atezolizumab das krankheitsfreie Überleben und das Gesamtüberleben bei ctDNA-positiven Patienten signifikant verbesserte (HR für das Gesamtüberleben: 0,59).
Zusätzliche Daten aus IMvigor010 sowie aus longitudinalen Monitoring-Studien zeigen, dass der ctDNA-Status nach Zystektomie stark mit dem Rezidivrisiko assoziiert ist. In einer longitudinalen Studie wurde ein molekulares Rezidiv bis zu 245 Tage vor dem klinischen Rezidiv festgestellt, bei einem Median von 96 Tagen.
Beim resezierbaren Kolorektalkarzinom ist der postoperative ctDNA-Status ein wichtiger prognostischer Marker für Rezidivrisiko und Überleben. Daten aus der grossen prospektiven GALAXY-Studie zeigten bei ctDNA-positiven Patienten deutlich ungünstigere Ergebnisse: Das Gesamtüberleben nach 36 Monaten lag bei etwa 72 %, verglichen mit 96 % bei ctDNA-negativen Patienten.
Die longitudinale ctDNA-Überwachung kann zusätzliche Informationen zu molekularen Rezidiven und zum Therapieansprechen liefern und damit die konventionelle Nachsorge und klinische Beurteilung ergänzen.
Bei Brustkrebs unterstützen zunehmende klinische Daten den prognostischen Wert von ctDNA zur Identifizierung von Patienten mit erhöhtem Rezidivrisiko. In einer longitudinalen Studie war das Rezidivrisiko bei ctDNA-positiven Patienten 52-mal höher; ein molekulares Rezidiv wurde im Median 10,5 Monate vor der klinischen Diagnose festgestellt.
Laufende interventionelle Studien, darunter DARE, untersuchen, ob eine ctDNA-gesteuerte Überwachung und Therapieeskalation die Behandlungsergebnisse verbessern können.
Aktuelle Forschungsergebnisse deuten darauf hin, dass die ctDNA-Überwachung beim DLBCL prognostische Informationen liefern kann, unter anderem zur Beurteilung des molekularen Ansprechens und zur Identifizierung von Patienten mit erhöhtem Rezidivrisiko. Der klinische Nutzen und die Rolle bei Therapieentscheidungen werden weiterhin untersucht.
Auch bei weiteren Tumorarten, darunter Lungenkrebs und Melanom, entstehen zunehmend neue Daten. Der klinische Nutzen sollte entsprechend Tumorart, Krankheitsstadium, Behandlungssituation und verfügbarer Evidenz beurteilt werden.
Proben / Material
2 × Streck Cell-Free DNA-Röhrchen (10 mL) + 1 × EDTA-Blutröhrchen (6 mL) + FFPE-Tumorgewebe.
Zweck
Identifiziert patientenspezifische Tumorvarianten und etabliert den personalisierten Signatera-Test für die longitudinale ctDNA-Überwachung.
Bearbeitungszeit
Etwa 4–6 Wochen ab Eingang der erforderlichen Blut- und Gewebeproben im Natera-Labor, sofern kein zusätzliches Material erforderlich ist.
Wichtiger Hinweis
Die Beschaffung der Biopsie bzw. des Tumorgewebes kann zusätzliche Zeit in Anspruch nehmen. Falls sinnvoll, kann der überweisende Arzt das Pathologielabor im Voraus kontaktieren, um Verzögerungen möglichst gering zu halten.
Signatera-Kits können direkt beim Team von Unilabs Genetics angefordert werden. Das Team unterstützt Sie auch bei Fragen zur Patienteneignung, zur Testlogistik oder zu den Probenanforderungen.
Kit-Bestellungen
secretariat.genetics@unilabs.com
+41 21 321 40 51
Bearbeitungszeit
Ersttest: 4–6 Wochen
Folgetest: 2 Wochen
Informationen zur Abrechnung
Ersttest: TARDOC JM.35.0160 — Next Generation Sequencing, grosses Panel
Folgetest: TARDOC JM.35.0150 — Next Generation Sequencing, mittleres Panel
*Vergütung gemäss TARDOC. Die Preise können aufgrund der kantonalen Umrechnung der TARDOC-Taxpunkte leicht variieren.
Hier finden Sie praktische Informationen zum Signatera™-Test, zum Bestellprozess und zur Blutentnahme. Die technischen Anforderungen für Tumorgewebeproben werden von Unilabs koordiniert.
Aktuelle Informationen von Unilabs zu Erst- und Folgetests, Bearbeitungszeiten, Kit-Bestellung, Vergütung und Indikationen.
Anleitung zu Testanforderung, Blutentnahme, Verpackung und Versand an Unilabs Genetics in Lausanne.