Medikamente wirken nicht bei allen Menschen gleich und werden auch unterschiedlich gut vertragen. Ein Teil dieser Unterschiede kann genetisch bedingt sein.
Die Pharmakogenetik untersucht, wie genetische Varianten die Wirkung und Verträglichkeit von Medikamenten beeinflussen können. Diese Informationen können Ärztinnen und Ärzten dabei helfen, die Auswahl und Dosierung bestimmter Medikamente individuell anzupassen.
Was ist Pharmakogenetik?
Das Erbgut kann beeinflussen, wie der Körper auf ein bestimmtes Medikament reagiert. Dies betrifft unter anderem:
Die Wirksamkeit eines Medikaments
Die geeignete Dosierung
Die Geschwindigkeit, mit der ein Wirkstoff im Körper abgebaut wird
Das Risiko bestimmter Nebenwirkungen
Bestimmte genetische Varianten können dazu führen, dass Medikamente schneller oder langsamer verstoffwechselt werden.
Wird ein Wirkstoff beispielsweise sehr langsam abgebaut, kann sich seine Konzentration im Körper erhöhen. Bei einem besonders schnellen Abbau kann dagegen möglicherweise keine ausreichende Wirkstoffkonzentration erreicht werden.
Andere genetische Varianten können mit einem erhöhten Risiko für bestimmte unerwünschte Arzneimittelwirkungen verbunden sein.
Eine pharmakogenetische Analyse kann daher in bestimmten Situationen zusätzliche Informationen liefern, um die Medikation individuell auszuwählen oder anzupassen.
Für wen ist ein Pharmakogenetiktest geeignet?
Eine pharmakogenetische Analyse kann insbesondere für Patientinnen und Patienten interessant sein:
Bei unerwünschten Arzneimittelreaktionen
Bei unzureichender Wirkung eines Medikaments
Bei der gleichzeitigen Einnahme mehrerer Medikamente
Bei bekannten genetischen Risikofaktoren
Bei langfristiger Medikamenteneinnahme
Wenn eine individuelle Anpassung der Medikation oder Dosierung sinnvoll sein könnte
Die Ergebnisse können Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt zusätzliche Informationen darüber liefern, welche Medikamente für Sie möglicherweise besser geeignet sind und welche Dosierung berücksichtigt werden sollte.
Wie funktioniert der Pharmakogenetiktest?
Der pharmakogenetische Test wird anhand einer Blutprobe durchgeführt und muss grundsätzlich nur einmal vorgenommen werden.
Dabei werden genetische Varianten untersucht, darunter sogenannte SNPs (Single Nucleotide Polymorphisms bzw. Einzelnukleotid-Polymorphismen).
Diese genetischen Varianten können die Aktivität verschiedener Enzyme beeinflussen, die am Abbau oder an der Verarbeitung von Medikamenten beteiligt sind.
Je nach genetischem Profil können bestimmte Wirkstoffe:
Schneller verstoffwechselt werden
Langsamer verstoffwechselt werden
Anders wirken
Mit einem veränderten Risiko für Nebenwirkungen verbunden sein
Unser Test analysiert mehr als 65 genetische Varianten, um ein individuelles pharmakogenetisches Profil zu erstellen.
Da sich das genetische Profil im Laufe des Lebens grundsätzlich nicht verändert, muss der Test bei zukünftigen Verschreibungen in der Regel nicht erneut durchgeführt werden.
Vorteile eines Pharmakogenetiktests
Ein pharmakogenetischer Test kann die personalisierte Arzneimitteltherapie unterstützen.
Mögliche Vorteile sind:
Bessere Verträglichkeit: Unterstützung bei der Auswahl einer geeigneten Medikation
Individuelle Dosierung: Zusätzliche Informationen für eine auf die Patientin oder den Patienten abgestimmte Dosierung
Schnellere Therapieoptimierung: Unterstützung bei der Auswahl einer geeigneten Behandlung
Reduktion von Nebenwirkungen: Identifikation genetischer Faktoren, die bestimmte unerwünschte Arzneimittelwirkungen begünstigen können
Weniger unerwünschte Wechselwirkungen: Zusätzliche Informationen bei komplexer Medikation
Unterstützung der Lebensqualität: Eine individuell abgestimmte Medikation kann dazu beitragen, die Behandlung besser an die Bedürfnisse der Patientin oder des Patienten anzupassen
Pharmakogenetik-Pass
Ihre persönlichen Ergebnisse immer dabei
Mit dem Pharmakogenetik-Pass können Sie Ihre persönlichen pharmakogenetischen Informationen jederzeit mitführen.
Die darin enthaltenen Informationen können bei zukünftigen medizinischen Behandlungen als zusätzliche Grundlage für die Auswahl und Dosierung bestimmter Medikamente dienen.
Umfassender Bericht
Nach der Analyse erhalten Sie:
Eine persönliche Patientenkarte
Einen ausführlichen pharmakogenetischen Bericht
Die Patientenkarte und der Bericht werden in englischer Sprache bereitgestellt.
Dadurch können die Ergebnisse auch bei medizinischen Behandlungen im Ausland einfacher genutzt und mit Ärztinnen und Ärzten geteilt werden.
Der Bericht enthält die analysierten genetischen Varianten sowie die dazugehörigen pharmakogenetischen Informationen und unterstützt die medizinische Fachperson bei der individuellen Beurteilung Ihrer Medikation.
Ein Musterbericht steht ebenfalls zur Verfügung.