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Unilabs Dübendorf erweitert die mikroskopische

Diagnostik bei Vaginalabstrichen

und führt den Nugent-Score (Goldstandard) zur Diagnose der bakteriellen Vaginose ein

Der überwiegende Anteil der bakteriellen vaginalen Normalflora besteht bei Frauen im gebärfähigen Alter mit normalem Hormonstatus aus Laktobazillen (1, 2).

Die bakterielle Vaginose (BV) stellt eine ausgeprägte Fehlbesiedlung der Vagina dar. Typisch sind eine fast vollständige Reduktion der Laktobazillen und eine massive Besiedlung mit Gardnerella vaginalis und Bakterien aus der Stuhlflora, vor allem Anaerobier. Ab einer kritischen Mindestmenge und Zusammensetzung kommt es zur Bildung polymikrobieller Biofilme (2).

Die BV wird mit vaginalem Ausfluss, aszendierenden genitalen Infektionen (PID), der erhöhten Akquisition von sexuell übertragbaren Erkrankungen sowie mit Frühgeburten und puerperalen Infektionen assoziiert (2, 6, 7).

Die Prävalenz einer BV beträgt zwischen 5 % bei Frauen, die zur Vorsorgeuntersuchung in die gynäkologische Praxis kommen und bis zu 60 % bei Frauen, die in einer Klinik für sexuell übertragene Erkrankungen betreut werden. In der Schwangerschaft liegt die Häufigkeit der BV zwischen 5–20 % (3, 4).

 

Diagnose der bakteriellen Vaginose mit Hilfe des Nugent-Scores (5):

Die Methode beruht auf der Gram-Färbung des Vaginalsekrets und der anschliessenden quantitativen Beurteilung der folgenden Leitkeime:

  • Lactobacillus spp. (typischerweise lange grampositive Stäbchen)
  • gramlabile und feine gramnegative Stäbchen (Gardnerella vaginalis und Anaerobier wie z.B. Bacteroides spp., Prevotella spp.)
  • Mobiluncus spp. (gebogene gramnegative oder gramlabile Stäbchen)

Die höchste Sensitivität und Spezifität wird mit dem Nugentscore bei gleichzeitigem Nachweis von Clue Cells erreicht (8). Mykoplasmen, Atopobium vaginae und andere mit der bakteriellen Vaginose assoziierten Keime werden mit dieser Methode nicht erfasst (2).

Tab: Nugentscore

Tabelle

 

Zur Berechnung des Nugentscores wird der Gesamtindex (Summe Indices von Lactobazillen + Gardnerella/GNS + Mobiluncus) berechnet und auf dem Befund dokumentiert.

Negativ (0-3):                    Kein Anhalt für eine bakterielle Vaginose.

Intermediär (4-6):            Das Ergebnis ist in Zusammenschau mit der klinischen Symptomatik zu beurteilen.

Positiv (7-10):                    Vom Vorliegen einer bakteriellen Vaginose ist auszugehen.

 

 

 

Literatur:

  1. Antonio  MAD, Hawes SE, Hillier SL. 1999. The Identification of Vaginal Lactobacillus Species and the Demographic and Microbiologic Characteristics of Women Colonized by These Species. J Infect Dis 180: 1950-1956
  2. Onderdonk A. B. Delaney M. L. Fichorova R. N. 2016. The Human Microbiome during Bacterial Vaginosis. Clin Microbiol Rev. 29(2):223-238
  3. Hodel M. 2006. Bakterielle Vaginose (BV) in der Schwangerschaft: ein Update. Frauenheilkunde aktuell 3: 4–9.
  4.  Goldenberg et al. 1996. Bacterial Colonization of the Vagina during Pregnancy in Four Ethic Groups. Am J Obstet Gynecol 174:1618-21
  5. Nugent R. P. Krohn M. A. Hillier S. L. 1991. Reliability of Diagnosing Bacterial Vaginosis Is Improved by a Standardized Method of Gram Stain Interpretation. J. Clin. Microbiol. 29: 297-301
  6. Sangkomkamkamhang US, Lumbiganon P, Prasertcharoensuk W, Laopaiboon M. 2015. Antenatal lower genital tract infection screening and treatment programs for preventing preterm delivery. Cochrane Database of Systematic Reviews 2015, Issue 2. Art.No.: CD006178. DOI.: 10.1002/14651858.CD006178.pub.3. www.cochranelibrary.com
  7. David H. Martin, M.D. 2012. The Microbiota of the Vagina and Its Influence on Women’s Health and Disease. Am J Med Sci. 343 (1): 2-9
  8. MIQ 10 (2011) Mikrobiologisch-infektiologische Qualitätsstandards. ISBN 978-3-437-41592-0 Urban&Fischer

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